Der Heilstollen

Tief im Berg zweigt er ab: Unser Heilstollen ist ein Seitenstollen im Besuchsbergwerk Teufelsgrund

Was mit einem Bergwerk anfangen, wenn Silber und Flussspat abgebaut sind? Die eine Lösung auf diese Frage haben viele Orte mit ehemaligen Bergwerksstollen gefunden: Man lässt die Löcher offen und macht ein Besuchsbergwerk daraus. Hier steht unser Teufelsgrund im Münstertal in guter Nachbarschaft zum Finstergrund in Wieden oder dem Besuchsbergwerk am Schauinsland. In Münstertal ist man aber vor gut 40 Jahren einen Schritt weiter gegangen. Aus dem nach knapp 200 Metern abzweigenden Seitenstollen hat man einen Asthma-Therapie-Stollen geformt. Die beruhigende Wirkung der kühlen und schwebstofffreien Bergluft war schon lange bekannt. Um aber einen Therapiestollen zu erhalten, muss die Luft regelmäßig geprüft werden. Nur wenn überwiegend sogenanntes „ausziehendes Wetter“ gegeben ist – worunter der Bergmann versteht, dass nicht die Luft von vorne durch das Mundloch eingezogen wird, sondern der Luftstrom tatsächlich aus dem Bergesinneren nach außen drängt – weist die Luft eine völlige Freiheit von Pollen, Stäuben und sonstigen Schwebstoffen auf. Der Deutsche Wetterdienst hat hierzu ein eigenes Luftmessverfahren entwickelt, welchem wir uns im Münstertal regelmäßig unterziehen. Deswegen ist der Münstertäler Heilstollen einer der 11 zertifizierten Heilstollen ganz Deutschland. Bei seinen hervorragenden Luftwerten kommt ihm zugute, dass er tief im Kristallin des Schwarzwalds steckt, eine beständige Kühle von etwa 8° Celsius aufweist und mit einer hohen Luftfeuchte von fast 100% gesegnet ist, welche das Entstehen von mineralischen Stäuben aus dem Stollen selbst wirksam verhindert.

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Unser Heilstollen ist mit 20 Sitzliegen ausgestattet, die durch eine Isolationsauflage auch bei kühlen Temperaturen eine gewisse Geborgenheit vermitteln. Für das Einliegen ist zusätzlich ein Schlafsack ratsam, den Sie entweder selbst mitbringen oder gegen Gebühr im Betriebsgebäude ausleihen können.

 

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Wie das Besuchsbergwerk selbst auch, ist der Stollen nicht ganzjährig geöffnet, sondern von Anfang April bis Ende Oktober. Dies beruht einerseits darauf, dass ausziehendes Wetter vor allem bei warmen Außentemperaturen entsteht. Andererseits führt die hohe Feuchte im Eingangsbereich des Bergwerks an kalten Wintertagen zu einer durchgehenden Vereisung, welche aus Verkehrssicherungsgründen eine Begehung verbietet.

 

Weitere Informationen zum Stollen und zum gesamten Bergwerk finden Sie auf der Homepage des Besuchsbergwerks Teufelsgrund.

Einen umfassenden Überblick zur Höhlentherapie gewährt Ihnen die Homepage des Deutschen Heilstollenverbands.