Zum Kletterwald Staufen

Gabriele Hennicke geht hoch hinauf - und kommt zum Glück auch wieder runter...

Abenteuerlust und etwas Mut sollte man schon mitbringen, wenn man sich in den Wald beim Staufener Ortsteil Etzenbach zwischen Staufen und Münstertal aufmacht. Der Kletterwald ist auch mit der Münstertalbahn nach einem kurzen, aber steilen Fußmarsch von knapp zehn Minuten zu erreichen.  

Zwischen etwa 40 Meter hohen Buchen sind Stahlseile, Seilelemente und grüne Netze verbaut; Plattformen in bis zu 15 Metern Höhe, die rund um die Bäume angebracht sind, ermöglichen den Besuchern eine kurze Pause und sicheren Stand zwischen den einzelnen Parcours-Elementen. Neun unterschiedliche Parcours kann man in dem lichten Buchenwald im Staufener Stadtwald begehen. Als erstes gibt es eine Sicherheitsunterweisung von einem erfahrenen Kletterlehrer. Er zeigt und erklärt das Sicherungssystem. Dann heißt es, den Klettergurt anlegen. Wie alle Trainer, trägt auch er einen roten Helm und ist wegen der vielen laut klimpernden Karabiner, die am Klettergürtel befestigt sind, nicht zu überhören. Der Kletterwald Staufen nutzt ein – nach seinen Aussagen - in der Region einmaliges, neuartiges Sicherheitssystem. Bei diesem ist es ausgeschlossen, dass man sich unabsichtlich selbst aushängt oder falsch einhängt. Es besteht aus einem Sicherheitskarabiner und einer Seilrolle. Schon vor dem Besteigen der ersten Leiter hängt man sich mit dem Karabiner ins Seil ein und kann sich erst nach dem Beenden des Parcours aushängen.

Ein Trainer, den man um Hilfe bitten könne, sei immer in der Nähe, beruhigt der Guide. Und dann geht es langsam und vorsichtig über eine Leiter hinauf zur ersten Plattform auf einen der drei Anfänger-Parcours in etwa fünf bis sechs Metern Höhe. Nun Schritt für Schritt um den Baum herum, dafür muss man sich vom Baum wegdrehen und dabei das Sicherungssystem mitführen. Dann einen großen Schritt in ein zwischen zwei Bäumen gespanntes Netz wagen, das es zu überqueren gilt. Eine wackelige Angelegenheit, aber noch die leichteste von vielen möglichen Wackelpartien und Mutproben. In der Nähe - allerdings einige Meter weiter oben -  hangelt sich eine Besucherin von Seilschlaufe zu Seilschlaufe. Eine andere springt von einer Plattform ins Nichts, wird abgebremst und landet schließlich fünf Meter weiter unten auf der nächsten Plattform. Auf der Anfängerstrecke geht es über die sogenannte Burmabrücke, ein Stahlseil mit Haltetauen, dann über den Catwalk, einen zwischen den Bäumen befestigten Baumstamm, eine Slackline und schließlich über eine schmale Hängebrücke bis zu einer Seilrutsche, an deren Ende wieder der feste Waldboden erreicht wird. Geschafft! Mit leicht zitternden Knie, aber voller Stolz. Der Körper schüttet Endorphine aus, herrlich! sicher!

„Der Kletterwald ist so konzipiert, dass wir – falls jemand Probleme haben sollte -  die Person von jedem Kletterelement abseilen können“, erklärt mein Klettermeister. Man müsse nur einfach „Trainer“ rufen, dann gebe einer der immer im Wald anwesenden Trainer Hilfestellung. Für Fortgeschrittene gibt es drei Parcours und einen reinen Seilrutschenparcours in zehn bis 15 Metern Höhe. „Der ist besonders bei Kindern und Jugendlichen und bei Schulklassen der Renner“, weiß der Trainer aus Erfahrung. Ab einer Körpergröße von 1,30 Meter dürfen Kinder die Kletterstrecken in Begleitung eines Erwachsenen begehen, wenn sie 1,40 Meter groß sind, können sie nach der Sicherheitseinweisung alleine los. Für die Kleineren ab sechs Jahren gibt es zwei Kinderparcours, auf denen sie es den Großen nachtun können.