Frühling schmecken!

Bei uns streckt er regelmäßig schon lange vor dem Frühlingsbeginn die zarten Blätter aus dem Boden - der erste Bärlauch ist da!

Was im Herbst die Pilzwanderung, ist im Frühling die Bärlauch-Runde: Wo es licht, warm und feucht ist, findet man ihn - den Bärlauch. Dank der Burgundischen Pforte melden sich bei uns die ersten warmen Frühlingswinde schon im Februar. Dank der vielen Schwarzwaldbäche gibt es an deren Talausgängen warme Südhänge, die trotzdem feuchte Luft binden. Also schnüren wir die Wanderschuhe und machen uns auf den Weg zu unserem "Geheimplatz" - oder wird hier angenommen, dass ich tatsächlich die Stelle geografisch genau verrate ;-) Selber suchen macht mehr Spaß...

Die frischen Blättle werden vorsichtig geschnitten, damit die Zwiebel im Boden nicht gelupft wird. Auch schauen wir ein bisschen in die unmittelbare Umgebung. Zeigt sich dort ein kleines Fuchs-Geschäft, wird dort nicht gesammelt - unser Tribut an den Fuchs-Bandwurm. Und natürlich "grasen" wir nicht alles ab, sondern nehmen nur soviel, wie wir für eine Mahlzeit verarbeiten können.

Zuhause inspiziere ich die Blättle nochmals und entscheide, sie nicht im scharfen Strahl zu waschen, es geht doch einiges dabei verloren - wie bei den Pilzen...

Kartoffeln habe ich schon aufgesetzt - als Pellkartoffeln verbinden sie sich wunderbar mit dem geplanten Bärlauch-Quark.

Mit einem wirklich scharfen Messer schneide ich ultrafeine Streifen und beträufle diese sogleich mit etwas Leinöl, damit das ausströmende Aroma gebunden wird. Einen Becher milder Quark pro Person, vielleicht verfeinert mit etwas Schmand - nach Belieben (sparsam) salzen, eine Prise Zucker und ein Schuss Zitronensaft - und dann die feine Bärlauchmasse in Leinöl sanft drunterheben.

So schmeckt der ganz frühe Frühling!