Facebook
   
Header
Home

Müller-Thurgau

Es ist Ihnen sicherlich schon aufgefallen, dass es nicht nur nach Süden ausgerichtete Sonnenhänge gibt, die Rebstöcke tragen, sondern auch Talböden oder sogar Nordflanken.

Diese erst nach den großen Rebumlegungen ab 1950 einsetzende Ausdehnung des Rebanbaus basiert vor allem auf der Pflanzung einer relativ jungen Rebsorte. 1882 züchtete der aus dem schweizerischen Thurgau stammende Prof. Hermann Müller in Geisenheim (Rheinhessen) aus dem Riesling und einem Vertreter der Gutedel-Familie (Madeleine Royal) eine später Müller-Thurgau genannte Rebsorte, um auch für ungünstigere Lagen eine wenig spätfrostempfindliche Rebsorte präsentieren zu können.

Bald wurde klar, dass der Müller-Thurgau neben seiner Frosthärte auch ein beeindruckendes Mengenpotenzial aufweist: Bei entsprechender Düngung waren Erntemengen über 200 hl pro Hektar keine Seltenheit. Dies hatte natürlich keine guten Auswirkungen auf die Qualität der daraus gekelterten Weine, weswegen der Müller-Thurgau in Verruf geriet, ein minderwertiger Massenträger zu sein. Heute demonstrieren viele Winzer, wie durch konsequente Mengenreduktion die fruchtig-elegante Qualität der Müller-Thurgau-Weine in den Vordergrund gestellt werden kann.

Äußere Merkmale

Austrieb: Offene Triebspitze, stark weißlich behaart

Blatt: tief gebuchtet, mittelgroß, fünf- bis siebenlappig, stark gewellt, Blattrand gesägt,

Traube: mittelgroß bis große Traube, oft lockerbeerig, gelbliche, oft braun gepunktete Beere