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Der Gutedel

Als der Markgraf Karl-Friedrich von Baden 1780 eine im französischen Sprachraum „Chasselas“ genannte Rebe ins Markgräflerland brachte, konnte niemand ahnen, dass sich die in weißer und roter Spielart vorkommende Traube einmal derart in Szene setzen würde.

Vielleicht hat die Qualität der Ernte im markgräflichen Rebstück am Castellberg ab 1784 dem Chasselas zu seinem deutschen Namen verholfen: Gutedel – eben gut und edel! Heute besetzt der Gutedel im Markgräflerland große Teile der Anbaufläche und ist ein Markenzeichen für die ganze Region, da er innerhalb von Deutschland im nennenswerten Umfang nur hier angebaut wird.

Kennzeichnend für die Weine aus der Gutedeltraube ist ihr auch im trockenen Ausbau milder Charakter ohne spitze Säure. Sie passen vorzüglich zur leichten Sommerküche und sollten frisch getrunken werden.

Besonders beliebt ist die Kombination eines jungen Gutedels mit Spargelgerichten. Jedoch lassen sich auch fülligere Weine aus der Gutedeltraube keltern. Bei entsprechend langem Hefelager entstehen dezent eingebundene Aromen, wie sie keine andere Weißweinsorte hervorzubringen vermag. Zusätzlich ist der Gutedel aufgrund der großen, zarthäutigen Beeren eine dankbare Tafeltraube und wird als solche auch gerne angeboten.

Äußere Merkmale

Blatt: Mittelgroßes Blatt von hellgrüner Farbe, Äderung leicht rötlich, stark gebuchtet und fünflappig mit stumpf gezähntem Rand;

Traube: groß und lockerbeerig, rote und weiße Variante